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SolarAktiv
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| Abwasser Ruedi Studer
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Eine Kleinskläranlage für den Hausgebrauch Im
solothurnischen Zuchwil steht das erste „abwasserlose“ Haus
der Schweiz. „Aquamin“ heisst das EAWAG-Pilotprojekt, wel-ches
einen neuen Weg in der Siedlungsentwäs-serung aufzeigen
soll. Das Haus in einem Einfamilienhausquartier im solothurnischen Zuchwil sticht einem sofort ins Auge: Ein länglicher Quader mit grossen Fenster und einer schlichten Holzfassade. Dass es sich um ein Ökohaus handelt, lässt der erste Blick vermuten – und tatsächlich ist das Einfamilienhaus als Minergie-P-Haus energietechnisch gesehen zwar ein Sonder-, aber kein Einzelfall. Das wirklich Einzigartige an dem Gebäude ist von aussen nicht ersichtlich – erst im Keller stösst man auf jenes technische Prunkstück, welches das Zuchwiler Haus zu einem Unikat werden lässt: eine Kleinstkläranlage. Und mit dieser ist das Haus der dreiköpfigen Familie Kurmann/Schaefer das erste „abwasserlose“ Haus der Schweiz. "Aquamin“ Das hausintern gereinigte Nass wird stattdessen soweit wie möglich im Hauskreislauf gehalten: Ein Teil davon wird für die Toilettenspülung und die Gartenbewässerung verwendet, der Rest gelangt via Biotop im Garten in eine Versickerungsanlage. Um den Frischwasserverbrauch weiter zu minimieren, wird via Dach aufgefangenes Regenwasser für die Waschmaschine genutzt. Insgesamt spart die Versuchsfamilie mehr als ein Drittel an Frischwasser. Rein theoretisch wäre noch mehr möglich: „Das gereinigte Wasser könnte problemlos getrunken werden“, erklärt Haustechniker Thomas Scheuzger, der als Mittelsmann zwischen Bauherren und Projektleitung fungiert. Der durch Fäkalien und andere Stoffe entstehende Klärschlamm wird übrigens eingedickt und – geruchslos – der Kehrichtabfuhr mitgegeben. „Ziel ist die Kompostierung, doch hier ist die Gartenfläche zu klein“, sagt der Projektverantwortliche Christian Abegglen von der EAWAG.
Urin
separieren Dieses Problem gehen die Forscher aber mit der Urinseparierung an, welche Anfang 2006 eingebaut werden soll. Die notwendigen separaten Leitungen für Gelb- und Braunwasser sind bereits installiert. Auch die Toiletten sind bereits entsprechend eingerichtet. Mit der Trennung verfolgen die Forscher aber noch ein weiteres Ziel: Liegt der Schwerpunkt vorerst auf einer optimalen Stickstoff- und Phosphorelimination, soll später der im Urin erhaltene Phospor rezykliert werden. „Dieser könnte in der Düngemittelindustrie Verwendung finden“, so Abegglen. Zudem ist Phosphor ein relativ seltener Rohstoff: Die heutigen Vorräte sind in etwa 60 Jahren aufgebraucht, wird geschätzt. Das zweite Problem ist die Wasserfärbung: das Spülwasser im Klo hat eine leicht bräunliche Farbgebung. „Uns stört das aber nicht“, meint Hausbewohnerin Theres Kurmann. Sie ist zuversichtlich, dass die Forscher die jetzigen Probleme in den Griff bekommen werden. Ein Projektabbruch kommt für sie momentan nicht in Frage, der Umweltschutz ist ihr und ihrer Familie nämlich wichtig. „Sonst hätten wir weder ein solches Haus gebaut noch beim diesem Projekt mitgemacht“, kommentiert sie. Quartieranlagen
als Zukunftsmusik Die heutige Gesetzgebung verunmöglicht derzeit den breiten Einsatz von Kleinstkläranlagen in Siedlungsgebieten. Scheuzger kann sich aber vorstellen, dass solche einst in abgelegenen Gebieten oder als grössere Anlagen für ganze Quartiere zum Einsatz kommen könnten. „Statt Geld für die Vergrösserung von Kläranlagen einzusetzen, könnte die dezentrale Abwasserreinigung zur Entlastung der bestehenden Abwasserreinigungsanlagen zugelassen werden“, sieht er gewisse Zukunftsperspektiven.
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