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SolarAktiv 57
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om 15. März 2005

 

Solar-Gemeinde

Ferdi Kaiser

Solaranlage Wittnau
Solaranlage in Wittnau

Wittnau fordert Solarkollektoren

Die Oberfricktaler Gemeinde nutzt ihre solar-günstige Lage und fördert den Bau von Warmwasser-Solaranlagen mit Beiträgen aus der Gemeindekasse.

In Wittnau - mit gut 1‘100 Einwohnern und rund 400 Wohngebäuden eine kleine Gemeinde im nebelarmen, oberen Fricktal – stehen bereits 13 solare Warmwasser-Anlagen in Betrieb. Die älteste unter ihnen funktioniert schon seit 15 Jahren klaglos.

Am schweizerischen Solartag im Mai 2004 organisierte die Energiekommission der Gemeinde einen Besichtigungs-Parcours durchs Dorf mit einem Info-Zentrum beim Schulhaus. Verschiedene Anbieter von Solaranlagen aus der Region präsentierten ihre Produkte, und Oberstufenschüler/innen betrieben ein Solarbeizli mit einfachem Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Wegen des ungewöhnlich trüben Wetters konnten die selbstgebau-ten Solar-Öfen nur als Wärmekisten eingesetzt werden. Mitglieder der Energiekommission standen Red und Antwort und führten einen kleinen Wettbewerb durch.

Dreieinhalb Wochen später bewilligte die Gemeinde-versammlung einen ausserordentlichen Solarkredit von Fr. 45‘000. Damit kann ab 2005 während 3 Jahren mit je Fr. 15‘000 der Bau von Sonnenkollektor-Anlagen für Brauchwasser (keine Schwimmbad-Heizungen) gefördert werden. Um den administrativen Aufwand für die Gemeinde klein zu halten, stützen wir uns auf die kantonalen Förderbedingungen ab. Wird das Gesuch von der Fachstelle Energie des Baudepartements bewilligt, bezahlt auch die Gemeinde: pro EFH Fr. 1‘500.-, bei MFH Fr. 500.- je zusätzliche Wohnung.

Laut einer PROGNOS-Studie sollten Förderbeiträge 25 – 30% der Anlagekosten ausmachen, wenn sie effektive Förderung und nicht nur „Mitnahme-Rabatt“ erzielen sollen. Kantons- und Gemeindebeitrag erreichen mit Fr. 3‘000.- pro Einfamilienhaus diese Quote. Im Januar bewilligte der Gemeinderat bereits die ersten zwei Gesuche, weitere sind „in der Röhre“. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung!

Zu den beiden Eckzahlen Fr. 15‘000 und 3 Jahre: Der idealste Zeitpunkt für den Einbau einer Solaranlage ist ein Neubau oder der Ersatz der Heizung. Wittnau zählt rund 400 Wohngebäude. Heizungen werden nach 20 - 25 Jahren ersetzt. Pro Jahr fallen also rund 20 Renovationen und einige wenige Neubauten an. Wenn davon etwa die Hälfte mit Sonnenkollektoranlagen ausgerüstet wird, ergibt das jährlich 10 Gesuche à Fr. 1‘500.-.

Sollte sich das Angebot als „Renner“ erweisen, kann es durch einen neuen Beschluss verlängert werden. Allerdings müssen dann die Bedingungen wieder neu angepasst werden. Sollte das Angebot zum Flop werden, darf es spätestens nach drei Jahren feierlich beerdigt werden.

Ortsbildschutz: Das langgezogene Strassendorf mit den ehemaligen Dreisässenhäusern gilt als besonders schützenswert (mit nationaler Bedeutung). Dachaufbauten sind da gar nicht erwünscht. Darum müssen in der Kernzone auch Solaranlagen mit weniger als 10 m2 Kollektorfläche das ordentliche Baubewilligungsverfahren durchlaufen. Der für Wittnau zuständige Ortsbild-Experte hat allerdings zugesichert, mit allfälligen Bauwilligen intensiv nach vernünftigen Lösungen zu suchen. Wer weiss: Vielleicht gehören schon in wenigen Jahren – zumindest in Wittnau – auch Solaranlagen auf den Hausdächern mit zum schützenswerten Ortsbild?

 

 
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