Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie

SolarAktiv 77
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om 23. September 2011

 

Sola(a)rreise 2011

Alan C. Hawkins

Solarstrom und Grosstechnologie

Sommerzeit ist Ausflugszeit – auch für die Freunde der erneuerbaren Energien. Dieses Jahr ging die Sola(a)r-Reise am ersten Tag ins Seeland und nach Biel, mit Informationen und Führungen bei zwei führenden Herstellern der Solarbranche. Am zweiten Tag war Grosstechnologie an der Reihe - in Bern.

Gruppenbild mit BKW Gründer
Gruppenbild mit Oberst Eduard Will (1854 – 1927), Gründer der BKW

Solarprodukte vom Berner Mittelland
Nach einer (wie immer) anregenden Anreise über Bern nach Lyss und einem kurzen Fussmarsch ins Industriegebiet wurden die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei 3S Photovoltaics, einer Firma der Meyer Burger Group, willkommen geheissen. Dr. Roman Gysel, zuständig für Solar Power Plants und Janine Kummer, Verkauf und Marketing, informierten die Solar-Fans über die Produkte der Firma und die neusten Entwicklungen in einem wachsenden Markt.

3S offeriert nun nicht nur die bekannten MegaSlate II PV-Laminate, sondern auch optisch passende Solarkollektoren im gleichen Format. Gysel erklärte die Prinzipien und Konstruktion des MegaSlate Systems, mit welchem komplette Dächer gedeckt werden können und somit gewöhnliche Ziegel und andere Dachelemente überflüssig werden.

Integrierte Firma
Die Geschichte der 2001 gegründeten Firma und deren erstaunliches Wachstum wurde aufgezeigt und die Fusion mit dem Maschinenbauer Meyer Burger kommentiert. Die Gruppe umfasst nun die 3S Modultech, welche die Maschinen und Produktionseinrichtungen für Silizium Wafer herstellt, und 3S Photovoltaics, welche die eigentlichen Solarpanels fabriziert.

Fragen
Im Rahmen einer lebhaften Diskussion wurden verschiedene Fragen diskutiert. Unter anderem wurde Forschung im Bereich Rissentdeckung in den PV Zellen, Ideen für die Enteisung schneebedeckter Solarpanelfelder und Brandschutz thematisiert. Die Fachleute von 3S diskutierten kompetent mit. Die Innovationsziele der Firma wurden diskutiert: Hier liegen die Schwerpunkte unter anderem bei der grauen Energie und bei ästhetischen Fragen. Da die Arbeitskosten bei der Anwendung der Produkte bei immer günstigeren PV Komponenten eine zunehmende Rolle spielen, setzt 3S auch einen Schwerpunkt bei der effizienten und schnellen Verlegung und Installation der Panels.

Hybridkollektor
Da konventionelle Photovoltaikzellen bei kühleren Temperaturen effizienter sind, entwickelt 3S einen Panel mit integrierter Kühlung. Die so gewonnene (Niedertemperatur-) Wärme kann dann wärmetechnisch genutzt werden.

Lauschiges Mittagessen
Picknick
Picknick an der Alten Aare in Worben

Ein Picknick in der Natur gehört traditionell zu jeder Sola(a)r-Reise. Diesmal wurden die mitgebrachten Sandwichs mit weiteren gluschtigen Sachen von einem mobilen Verkaufswagen, der im Lysser Industriegebiet auftauchte, ergänzt. Die Mittagsrast fand nahe der Alten Aare an einem lauschigen See statt.

Gute Stimmung
Gute Stimmung auf der Solar-Reise: Susanne Meier und Paul Hofer

Von dort aus wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit zwei Kleinbussen nach Biel transportiert, wo die nächste Besichtigung stattfand.

Hochtechnologie in einer ehemaligen Nobel-Uhr Manufaktur
Nun kam die erfolgreiche Wechselrichterfirma „Sputnik“ an die Reihe. Diese stark expandierende Firma fabriziert Wechselrichter in verschiedenen Grössen und ist momentan in der imposanten ehemaligen Rolex-Fabrik hoch über der Bieler Altstadt beheimatet. Hier wird vor allem geforscht und entwickelt - auch ein gut organisierter 24h- Kundendienst wird von hier aus offeriert.

Die SolarMax Wechselrichter werden zum weitaus grössten Teil nach Deutschland exportiert. Firmen-Mitgründer Christoph von Bergen persönlich erklärte, wie die Firma sich von einem typischen „Start-Up“ zu einer expandierenden Unternehmung entwickelt hat. Ein Neubau für rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in Realisierung - selbstverständlich nach Minergie Standard gebaut und mit 215 kWp Photovoltaik auf dem Dach.

Fabrikation
Anschliessend wurden wir ins östliche Industriegebiet von Biel transportiert, um einen der SolarMax Fabrikationsbetriebe zu besichtigen. Eine sehr kompetente Führung zeigte uns sämtliche Fabrikations- und Testschritte, welche die „kleineren“ Wechselrichter durchlaufen. Die grösseren Geräte werden in einer weiteren Produktionsstätte in Nidau hergestellt.

SolarMax Montage
Montage von SolarMax Wechselrichtern

Das Wechselrichter-Geschäft ist relativ dynamisch und weist eine gewisse Saisonalität auf. Dies widerspiegelt sich in der Produktion, wo 50 bis 60% der Angestellten auf temporärer Basis angestellt sind.

PV Expertin
PV-Expertin mit einem 100 kW-Wechselrichter von Solarmax anlässlich der Solar-Reise

Gemütlich
Ein gemütliches Nachtessen und gute Gespräche gehören ebenfalls zu einer Sola(a)r-Reise. In Nidau konnten wir in einem Hotel und in einem „Lodge“ am Bielersee (eine Art Nobel-Jugendherberge) übernachten. Nach einem ebenfalls gemütlichen Frühstück konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entweder einen Spaziergang am See machen, oder dem Ortsmuseum einen Besuch abstatten. Hauptthema hier: Die grossen Seeland-Gewässerkorrekturen der vergangenen Jahrhunderte, inkl. Wasserkraftnutzung am Hagneck-Kanal.

Weiterreise nach Bern
Mit dem Zug ging es im reservierten Wagen weiter nach Bern - hier stand ein Besuch auf der Baustelle der grossen Kehrichtverbrennungs- und Fernheizanlage der Stadt Bern auf der Agenda. Auch hier wurde eine höchst kompetente Führung geboten.

Besichtigung
Sicherheitstenü für die Besichtigung der Baustelle der Energiezentrale Forsthaus

Über hunderte von Treppenstufen wurde die Anlage angeschaut - die Dimensionen sind gewaltig! Wenn fertiggestellt, wird die architektonisch interessante Anlage jährlich rund 110'000 Tonnen Kehricht und 112'000 Tonnen Holz verbrennen und, neben 290'000 MWh Fernwärme, auch 40'000 MWh Prozessdampf und 360'000 MWh Elektrizität liefern. Damit soll die Anlage der Stadt Bern mithelfen, energetisch unabhängiger zu werden und aus der Kernenergie aussteigen zu können.

Monsterkran
Ein Monsterkran für eine riesige Baustelle

Eine mehrere hundert Meter lange Besuchergalerie wird Besuchern bald einen Einblick in die Anlage gewähren und Informationen über die effiziente Nutzung erneuerbarer Energieformen liefern.

Ausklingen im Interregio
Bald zeigte unsere kompetente Reiseleitung auf die Uhr, und wir nahmen die Heimreise unter die Füsse beziehungsweise Räder! Mit Postauto-Gelenkbus und Interregio schlossen wir die Reise ab und bald hatte uns der Alltag wieder. Text: Alan C. Hawkins, Bilder: Josef Zürn und Paul Müri

Bericht: Alan C. Hawkins, Bilder: Josef Zürn und Paul Müri

  

 

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