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Solarstrom
und Grosstechnologie
Sommerzeit ist Ausflugszeit – auch für die Freunde
der erneuerbaren Energien. Dieses Jahr ging die
Sola(a)r-Reise am ersten Tag ins Seeland und nach
Biel, mit Informationen und Führungen bei zwei
führenden Herstellern der Solarbranche. Am zweiten
Tag war Grosstechnologie an der Reihe - in
Bern.
 Gruppenbild mit Oberst Eduard Will (1854 – 1927), Gründer
der BKW
Solarprodukte vom Berner Mittelland
Nach einer (wie immer) anregenden Anreise über Bern
nach Lyss und einem kurzen Fussmarsch ins Industriegebiet
wurden die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
bei 3S Photovoltaics, einer Firma der Meyer Burger
Group, willkommen geheissen.
Dr. Roman Gysel, zuständig für Solar Power Plants und
Janine Kummer, Verkauf und Marketing, informierten die
Solar-Fans über die Produkte der Firma und die neusten
Entwicklungen in einem wachsenden Markt.
3S offeriert nun nicht nur die bekannten MegaSlate II
PV-Laminate, sondern auch optisch passende Solarkollektoren
im gleichen Format. Gysel erklärte die Prinzipien
und Konstruktion des MegaSlate Systems, mit welchem
komplette Dächer gedeckt werden können und somit gewöhnliche
Ziegel und andere Dachelemente überflüssig
werden.
Integrierte Firma
Die Geschichte der 2001 gegründeten Firma und deren
erstaunliches Wachstum wurde aufgezeigt und die Fusion
mit dem Maschinenbauer Meyer Burger kommentiert. Die
Gruppe umfasst nun die 3S Modultech, welche die Maschinen
und Produktionseinrichtungen für Silizium Wafer
herstellt, und 3S Photovoltaics, welche die eigentlichen
Solarpanels fabriziert.
Fragen
Im Rahmen einer lebhaften Diskussion wurden verschiedene
Fragen diskutiert. Unter anderem wurde Forschung
im Bereich Rissentdeckung in den PV Zellen, Ideen für die
Enteisung schneebedeckter Solarpanelfelder und Brandschutz
thematisiert. Die Fachleute von 3S diskutierten
kompetent mit. Die Innovationsziele der Firma wurden
diskutiert: Hier liegen die Schwerpunkte unter anderem
bei der grauen Energie und bei ästhetischen Fragen. Da
die Arbeitskosten bei der Anwendung der Produkte bei
immer günstigeren PV Komponenten eine zunehmende
Rolle spielen, setzt 3S auch einen Schwerpunkt bei der
effizienten und schnellen Verlegung und Installation der
Panels.
Hybridkollektor
Da konventionelle Photovoltaikzellen bei kühleren Temperaturen
effizienter sind, entwickelt 3S einen Panel mit
integrierter Kühlung. Die so gewonnene (Niedertemperatur-)
Wärme kann dann wärmetechnisch genutzt werden.
Lauschiges Mittagessen
 Picknick an der Alten Aare in Worben
Ein Picknick in der Natur gehört traditionell zu jeder
Sola(a)r-Reise. Diesmal wurden die mitgebrachten Sandwichs
mit weiteren gluschtigen Sachen von einem mobilen
Verkaufswagen, der im Lysser Industriegebiet auftauchte,
ergänzt. Die Mittagsrast fand nahe der Alten Aare an
einem lauschigen See statt.
 Gute Stimmung auf der Solar-Reise: Susanne Meier und
Paul Hofer
Von dort aus wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
mit zwei Kleinbussen nach Biel transportiert, wo die
nächste Besichtigung stattfand.
Hochtechnologie in einer ehemaligen Nobel-Uhr
Manufaktur
Nun kam die erfolgreiche Wechselrichterfirma „Sputnik“
an die Reihe. Diese stark expandierende Firma fabriziert
Wechselrichter in verschiedenen Grössen und ist momentan
in der imposanten ehemaligen Rolex-Fabrik hoch
über der Bieler Altstadt beheimatet. Hier wird vor allem
geforscht und entwickelt - auch ein gut organisierter 24h-
Kundendienst wird von hier aus offeriert.
Die SolarMax Wechselrichter werden zum weitaus
grössten Teil nach Deutschland exportiert. Firmen-Mitgründer
Christoph von Bergen persönlich erklärte, wie
die Firma sich von einem typischen „Start-Up“ zu einer
expandierenden Unternehmung entwickelt hat. Ein Neubau
für rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in
Realisierung - selbstverständlich nach Minergie Standard
gebaut und mit 215 kWp Photovoltaik auf dem Dach.
Fabrikation
Anschliessend wurden wir ins östliche Industriegebiet von
Biel transportiert, um einen der SolarMax Fabrikationsbetriebe
zu besichtigen. Eine sehr kompetente Führung
zeigte uns sämtliche Fabrikations- und Testschritte, welche
die „kleineren“ Wechselrichter durchlaufen. Die grösseren
Geräte werden in einer weiteren Produktionsstätte
in Nidau hergestellt.
 Montage von SolarMax Wechselrichtern
Das Wechselrichter-Geschäft ist relativ dynamisch und
weist eine gewisse Saisonalität auf. Dies widerspiegelt
sich in der Produktion, wo 50 bis 60% der Angestellten auf
temporärer Basis angestellt sind.

PV-Expertin mit einem 100 kW-Wechselrichter von Solarmax
anlässlich der Solar-Reise
Gemütlich
Ein gemütliches Nachtessen und gute Gespräche gehören
ebenfalls zu einer Sola(a)r-Reise. In Nidau konnten wir in
einem Hotel und in einem „Lodge“ am Bielersee (eine Art
Nobel-Jugendherberge) übernachten. Nach einem ebenfalls
gemütlichen Frühstück konnten die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer entweder einen Spaziergang am See
machen, oder dem Ortsmuseum einen Besuch abstatten.
Hauptthema hier: Die grossen Seeland-Gewässerkorrekturen
der vergangenen Jahrhunderte, inkl. Wasserkraftnutzung
am Hagneck-Kanal.
Weiterreise nach Bern
Mit dem Zug ging es im reservierten Wagen weiter nach
Bern - hier stand ein Besuch auf der Baustelle der grossen
Kehrichtverbrennungs- und Fernheizanlage der Stadt
Bern auf der Agenda. Auch hier wurde eine höchst kompetente
Führung geboten.
 Sicherheitstenü für die Besichtigung der Baustelle der Energiezentrale
Forsthaus
Über hunderte von Treppenstufen wurde die Anlage
angeschaut - die Dimensionen sind gewaltig! Wenn fertiggestellt,
wird die architektonisch interessante Anlage
jährlich rund 110'000 Tonnen Kehricht und 112'000 Tonnen
Holz verbrennen und, neben 290'000 MWh Fernwärme,
auch 40'000 MWh Prozessdampf und 360'000 MWh
Elektrizität liefern. Damit soll die Anlage der Stadt Bern
mithelfen, energetisch unabhängiger zu werden und aus
der Kernenergie aussteigen zu können.
 Ein Monsterkran für eine riesige Baustelle
Eine mehrere hundert Meter lange Besuchergalerie wird
Besuchern bald einen Einblick in die Anlage gewähren
und Informationen über die effiziente Nutzung erneuerbarer
Energieformen liefern.
Ausklingen im Interregio
Bald zeigte unsere kompetente Reiseleitung auf die Uhr,
und wir nahmen die Heimreise unter die Füsse beziehungsweise
Räder! Mit Postauto-Gelenkbus und Interregio
schlossen wir die Reise ab und bald hatte uns der
Alltag wieder.
Text: Alan C. Hawkins, Bilder: Josef Zürn und Paul Müri
Bericht: Alan C. Hawkins,
Bilder: Josef Zürn und Paul Müri
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